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1907 | Tod des Vaters |
1911 | Seine Mutter zieht mit Tochter und Sohn nach Essen-Rellinghausen und heiratet Joseph Granderath |
1912 - 1920 | Schulbesuch |
1921 - 1925 | Lehre bei dem Steinbildhauer Christian Meisen in Essen |
1922 | Tod der Mutter; Fritz Cremer verlässt die Familie des Stiefvaters und lebt bei einer Bergarbeiterfamilie in Essen |
1925 - 1929 | Arbeit als Steinmetzgeselle; Besuch von Abendkursen an der Folkwang-Schule; Freie bildhauerische Arbeit im Atelier von Will Lammert; Beginn der Freundschaft mit den Bildhauern Hermann Blumenthal und Pitt Rosenbaum |
1926 | Mitglied der Kommunistischen Arbeiterjugend |
1930 - 1934 | Schüler von Wilhelm Gerstel, Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und stellvertretender Direktor der Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst (heute: Universität der Künste) in Berlin-Charlottenburg; Cremer lernt in Berlin die österreichische Ausdruckstänzerin Hanna Berger kennen |
1931 - 1934 | Stipendiat der Stadt Essen; Cremer beteiligt sich zusammen mit Fritz Duda an der Gründung des Roten Studentenbundes |
1932 | Studienreise nach Österreich |
1933 | Beteiligung an einer Unterschriftensammlung von Studenten der Hochschule gegen den Ausschluss von Käthe Kollwitz und Heinrich Mann aus der Preußischen Akademie der Künste |
1934 - 1938 | Meisterschüler von Wilhelm Gerstel |
1934 | Studienreise nach Paris |
1935 | Selbstbildnis als "Sterbender Soldat" |
1936 | Begegnung mit Bertolt Brecht in London, der ihm rät, weiter in Deutschland zu arbeiten |
1937 | Verleihung des Großen Staatspreises der Preußischen Akademie der Künste u.a. für das Relief "Trauernde Frauen" (inoffizieller Titel "Gestapo"); Arbeit bei Hugo Lederer im Meisteratelier an der Preußischen Akademie der Künste |
1937-1938 | als Träger des Großen Staatspreises Studienaufenthalt in der Villa Massimo (Deutsche Akademie Rom); Reisen nach Neapel und Florenz |
1939 | Zweiter Studienaufenthalt in der Villa Massimo |
1940 | Einberufung zur Wehrmacht; Stationierung bei der Luftwaffe als Gefreiter einer Flakeinheit auf Kreta |
1942 | Auszeichnung mit dem Rom-Preis und Beurlaubung vom Kriegsdienst für einen Studienaufenthalt in der Preußischen Akademie der Künste und in der Villa Massimo; dort trifft er den Bildhauer Waldemar Grzimek und dessen Frau Christa; im November wird seine Lebensgefährtin Hanna Berger als Mitglied der Widerstandsbewegung in der Schulze-Boysen-Harnack-Gruppe, auch Rote Kapelle genannt, von der Geheimen Staatspolizei in Berlin verhaftet; Cremer wird in Berlin verhört |
1944 | Hanna Berger flüchtet aus einem Übergangslager des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück und verbirgt sich bis zum Kriegsende in der Steiermark (Österreich) |
1944 - 1946 | bei einem Fluchtversuch gerät Cremer in jugoslawische Kriegsgefangenschaft; er beteiligt sich im Gefangenenlager Šibenik an der Gründung eines antifaschistischen Ausschusses; Hanna Berger erwirkt mit Unterstützung der KPÖ seine vorzeitige Entlassung aus der Gefangenschaft nach Wien |
1946 | Berufung Cremers zum Professor und Leiter der Bildhauerabteilung an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien (bis 1950); es entsteht als erstes plastisches Werk nach dem Krieg "Der Freiheitskämpfer" |
1947-1948 | Mahnmal für die Opfer des Faschismus auf dem Wiener Zentralfriedhof mit den Figuren "Der befreite Mensch", "Trauernde", "Anklagende" |
1949 | Das "Herz von Mauthausen" für die französischen Opfer des KZ Mauthausen (Österreich) wird eingeweiht |
1950 | Berufung zum Korrespondierenden Mitglied der im März gegründeten Deutschen Akademie der Künste in Berlin; Übersiedlung aus Wien in die DDR mit Wohnsitz zuerst in Potsdam, dann in Berlin |
1951 | Ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin und Leiter eines Meisterateliers; Gesamtschau der Werke Fritz Cremers in Berlin und Potsdam; die gleiche Ausstellung in der Westberliner Galerie Franz wird während der Eröffnung von der Westberliner Polizei geschlossen (gezeigt werden u.a. die Plastik "Verkündigungsengel des amerikanischen Jahrhunderts"); dem Galeristen wird die Gewerbeerlaubnis entzogen |
1952 | Erster Entwurf für das Buchenwald-Denkmal; Auftragsvergabe an Cremer erfolgt durch die Jury für den Wettbewerb um das Buchenwald-Denkmal (Vorsitz DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl); während der Ausstellung der Entwürfe erscheint ein Artikel von Wilhelm Girnus ("Neues Deutschland"), wonach die Entwürfe in der vorliegenden Form nicht ausgeführt werden könnten; Cremers erster Entwurf wird abgelehnt; es wird empfohlen, ihm ein Beratergremium, bestehend aus Künstlern und Kunstsachverständigen, zur Seite zu stellen |
1953 | Nationalpreis der DDR II. Klasse für die Büste des Bergarbeiters "Franz Franik"; zweiter Entwurf für das Buchenwald-Denkmal; Studienreise in die Sowjetunion; Heirat mit Christa Grzimek, geborene von Carnap; Christa zieht mit ihren Kindern Sabine und Tomas Grzimek in das Haus in Berlin-Pankow; Cremer wird seit 1953 unter dem Aktenverweis "Verräter" vom Staatssicherheitsdienst der DDR erfasst und beobachtet |
1954 | Dritter Entwurf für das Buchenwald-Denkmal; Wahl zum Sekretär der Sektion Bildende Kunst der Akademie; Geburt der Tochter Katrine (Trini); Studienreise nach China |
1956 | Beginn der Arbeit an einem Brecht-Portrait; Totenmaske von Bertolt Brecht gemeinsam mit seinem Meisterschüler Gerhard Thieme |
1958 | Einweihung des Buchenwald-Denkmals auf dem Ettersberg bei Weimar; Auszeichnung mit dem Nationalpreis der DDR I. Klasse |
1959 | Ägyptenreise |
1959 - 1960 | Beginn der Arbeit am Mahnmal für das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg (Havel) |
1961 | als Reaktion auf die Schließung der Ausstellung in der Galerie "Konkret" im Vorjahr initiiert Cremer die Jahresausstellung "Junge Künstler - Malerei" in der Akademie der Künste und eröffnet sie; Kunstpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes |
1961 - 1965 | Arbeit am Mahnmal "O Deutschland, bleiche Mutter" für das KZ Mauthausen (Österreich) |
1962 | Wahl zum Sekretär der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste; kurz darauf Rücktritt als Reaktion auf die Geschehnisse um die Ausstellung "Junge Künstler - Malerei" |
1963 - 1968 | Arbeit am Brecht-Denkmal |
1965 | Aufstellung des Becher-Denkmals in Bad Saarow bei Berlin, der Zweitguss wird 1976 in Berlin-Pankow aufgestellt; Vaterländischer Verdienstorden der DDR in Gold |
1966 - 1967 | Arbeit am Denkmal für die deutschen Kämpfer der internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, aufgestellt in Berlin-Friedrichshain; Arbeit am "Aufsteigenden", gewidmet den um ihre Freiheit kämpfenden Völkern (Kunsthalle Rostock; New York, Gebäude der Vereinten Nationen (United Nations Headquarters), aufgestellt 1975) |
1967 | Ehrenmitglied der Akademie der Künste der UdSSR, Moskau |
1968 - 1972 | Arbeit am Denkmal Galileo Galilei "Und sie bewegt sich doch", das in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) aufgestellt wird |
1971 | Auszeichnung mit dem Nationalpreis der DDR I. Klasse |
1973 | Berufung zum Korrespondierenden Mitglied der Accademia Nazionale di San Luca, Rom |
1974 | Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden der DDR; Vizepräsident der Akademie der Künste der DDR; Cremer wird die Ehrenmitgliedschaft der Akademie der Künste der UdSSR aberkannt, nachdem er sich für die Künstler der sogenannten "Bulldozer-Ausstellung" in Moskau einsetzte |
1975 - 1976 | Arbeit an der Plastik "Gekreuzigter" für die Kirche in Berlin-Friedrichshagen |
1976 | Auszeichnung mit dem DDR-Ehrentitel "Held der Arbeit“; Cremer gehört zu den Unterzeichnern der Protestresolution gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns; er zieht seine Unterschrift kurz darauf zurück |
1977 | Beteiligung an der „documenta 6“ in Kassel |
1981 | Auszeichnung mit dem "Bremer Bildhauerpreis" |
1983 | Plastik "Sich vom Kreuz Lösender" für die Ruine der Franziskaner-Kirche in Berlin |
1985 - 1988 | Wiederaufnahme der Arbeit am Brecht-Denkmal, das auf dem Bertolt-Brecht-Platz am Schiffbauerdamm aufgestellt wird |
1989 | Beginn der Arbeit an der plastischen Gruppe "Der sich selbst umbringende Mensch" |
1993 | am 1. September stirbt Fritz Cremer im Alter von 86 Jahren in Berlin |
Werke in Sammlungen und Museen (Auswahl)
Altenburg, Lindenau-Museum
Berlin, Akademie der Künste
Berlin, Akademie der Wissenschaften
Berlin, Deutsches Historisches Museum
Berlin, Humboldt-Universität
Berlin, Staatliche Museen – Nationalgalerie
Berlin, Stiftung Stadtmuseum
Bremen, Stadt
Chemnitz, Kunstsammlungen
Dresden, Staatliche Kunstsammlungen – Skulpturensammlung
Durbach, Museum für aktuelle Kunst
Frankfurt/ Oder, Museum Junge Kunst
Halle/Saale, Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt
Leipzig, Museum der bildenden Künste
Lüttenort, Atelier Otto Niemeyer-Holstein
Magdeburg, Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
Moskau, Puschkin-Museum
Neubrandenburg, Kunstsammlung
New York, UNO Hauptquartier
Oslo, Nasjonal-Galleriet
Prag, Nationalgalerie
Rostock, Kunsthalle
Schwedt/Oder, Stadt
Schwerin, Staatliches Museum
Würzburg, Museum am Dom
EINZELAUSSTELLUNGEN (Auswahl)
1939 | Galerie Karl Buchholz, Berlin |
1947 | Galerie Franz, Berlin (West) (zusammen mit dem Bildhauer Walter Peter) | Galerie Welz, Wien |
1951 | Gesamtschau der Werke in Berlin und Potsdam; Galerie Franz, Berlin (West) |
1957 | Prag |
1958 | Budapest |
1960 | Schwerin | Greifswald | Stralsund | Demmin | Eisenach | Magdeburg |
1965 | Ladengalerie, Berlin (West) | Moskau | Leningrad |
1970 | Oslo | Kopenhagen |
1971 | Kunstgewerbemuseum, Berlin |
1973 | Grafikausstellung zu Werken Brechts in Finnland |
1976 | Altes Museum, Berlin |
1977 | Prag | Moskau |
1980 | Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg |
1981 | Akademie der Künste der DDR im Marstall, Berlin | Dresden |
1984 | Pergamonmuseum, Berlin |
1991 | Sauerland-Museum, Arnsberg | Antwerpen |
1992 | Ladengalerie, Berlin |
1997 | Arnsberg |
2000 | Schloss Oberhausen |
2007 | Arnsberg |
2009 | Galerie Schwind, Frankfurt am Main |